Philosophisch-Psychologischer     Gesprächsraum
 
   Horizonterweiterung für ein         gelingendes Leben

Zu meinem interaktiven Blogthema "Rede- und Diskussionskultur heute", in der Kategorie "Das Wort", stelle ich hier eine Abstimmungsumfrage ein. Beteilige Dich gerne - je mehr, desto aussagekräftiger. Im Blog können wir uns dann darüber austauschen.

Wie zufrieden bist Du mit der Rede-/Diskussionskultur in unserer Zeit?

  sehr, alles bestens   na ja, so halbwegs, ist aber auf jeden Fall noch Luft nach oben   gar nicht, mir fehlt sehr viel   weiß nicht, hab mir noch nicht wirklich Gedanken darüber gemacht

Neueste 4 Einträge

  • Differenzierte Sichtweise und Wahrnehmung von Digitalisierung
  • Rede- und Diskussionskultur heute
  • Hintergründe und Leitmotiv "Philosophische-Psychologischer-Gesprächsraum"
  • Herzlich Willkommen auf meiner Blogseite

10.07.2020

Rede- und Diskussionskultur heute

group-4404732_1920.jpg
Worte sind, je nachdem wie sie gesprochen werden, je nachdem, wie sie beabsichtigt sind und je nachdem, wie sie empfangen werden mit einer enormen Wirkkraft ausgestattet.

Sie reichen von einer heilenden, lebensspendenden bis hin zu vernichtender, tötender Wirkung.

Als elementare Größe menschlicher Existenz, zwischenmenschlicher Verbindung, wird das Wort in unserer heutigen medialen Welt zum Konsumgut stilisiert, zu einem Überangebot ohne Nährwert.

Im direkten, persönlichen Kontakt erlebst und erfährst Du dies alles und stets über die verschiedenen Medien menschlicher Begegnung: Mimik, Gestik, Körperhaltung, Stimme, geschriebene, gesprochene und verschwiegene Worte, Blicke, Berührung und sogar Riechen und Schmecken.

Durch die mediale und digitale Welt, erlebst du “leider” nicht mehr Ganzheitlich und mit allen Sinnen. Das geschriebene und gesprochene Wort verliert an Kraft und Bedeutung. Beliebigkeit, Verständnislosigkeit, Orientierungslosigkeit und am Ende immer mehr auch Uneinigkeit prägen unsere so einseitige und eingeschränkte mediale zwischenmenschliche Begegnung.

Ein echter Dialog, ob im privaten oder öffentlichen Raum, findet immer weniger statt – ein menschlicher und gesellschaftlicher Qualitätsverlust mit steigender Tendenz des individuellen Rückzuges auch aus dem politischen, den auf das Gemeinwesen ausgerichteten Raum.

Um etwas Bewegendes und Betreffendes im Wort wieder spür- und erkennbar zu machen, braucht es ein wiederbelebendes, sensibilisierendes Bewusstsein.

In einer Zeit, in der mich Wort- und Sprachzensuren immer mehr zu stigmatisieren drohen, mein Verständigungsradius immer mehr eingeengt wird, ich am Wortüberfluss ersticke, fürchten muss, nicht mehr gehört und zu Wort kommen zu können, in einer solchen Zeit spüre ich sehr die Katastrophen eines fortgeschrittenen Klimawandels zwischenmenschlicher Verständigung.

Es wird so vieles geschützt - das ist auch gut so. Und was ist mit der Art und Weise unserer Verständigung, einer elementaren Größe unserer Existenz?

Bevor ich nun unseren Dialograum freigebe, möchte ich als Bitte, Appell und auch als eine Dialogregel für unseren Austausch in diesem Blog, das folgende Gedicht von Horst Rehmann zitieren. Ich wünsche mir hier einen offenen, geschützten, respektvollen, einen anständigen, einen menschlichen und verantwortlichen Raum der Begegnung:

Worte

Oftmals wird man missverstanden,
obwohl man gar nichts falsches meint,
Worte die beim Andern stranden,
werden mit Kopfschütteln verneint.

Auch wenn Worte manchmal stören,
und beim Austausch nicht recht glücken,
es lohnt sich nicht, sich zu empören,
es hilft, sich besser auszudrücken.

Worte kann man formulieren,
um Gespräche zu gestalten,
einfach alles gut sortieren,
vor dem Reden – Hirn einschalten.

© Horst Rehmann (*1943), deutscher Publizist, Maler, Schriftsteller und Kinderbuchautor
(Quelle: https://www.e-stories.de/gedichte-lesen.phtml?200971)

people-talking-441462_1920.jpg

Admin - 10:13:03 @ Das Wort | Kommentar hinzufügen


Meine Räumlichkeiten